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Yamaha FJR 1300 A (ABS) - Tourentest 2010 (Tourer)

Yamaha FJR 1300 A 2010

Motorart/Kühlung R 4 / Wasser
Hubraum 1298 ccm
Gemischaufbereitung Einspritzung / G-Kat SLS / Euro 3
PS - UMin 144 PS (105,5 kW) - 8000/min
Nm - UMin 134 Nm - 7000/Min
Gänge/Antrieb 5 / Kardan
Test in Motorrad 19/2010
Leergewicht vollgetankt 305 kg
0 - 70 km/h - s
0 - 100 km/h 3,3 s
0 - 120 km/h - s
0 - 140 km/h 5,4 s
0 - 150 km/h - s
0 - 160 km/h - s
0 - 180 km/h - s
0 - 200 km/h 11,0 s
1 km, stehender Start - s
Durchzug letzter Gang
60 - 100 km/h 4,4 s
60 - 120 km/h - s
60 - 140 km/h 8,9 s
60 - 160 km/h - s
100 - 140 km/h 4,5 s
140 - 180 km/h 5,2 s
Vmax (Werk) (245) km/h
100 - 0 km/h - m
Handlingparcours I -
Handlingparcours II -
Kreisbahn -
Verbrauch Landstraße 6,0 L/NB
Preis Testmaschine zzgl. NK 16.795 Euro (08/2010)

Bemerkungen:
Bereifung: 120/70 ZR 17 - 180/55 ZR 17 (Bridgestone BT 021 F)

Leistungsmessung auf dem Rollenprüfstand (vergleichbar mit einer genormten Serienmessung): 138 PS bei 8000/min, 132 Nm bei 6700/min

Reichweite der Gänge: -/-/-/-/-/(245) km/h. Zuladung effektiv 198 kg. Tankinhalt 25 Liter.

Es ist schwierig, einen neutralen Bericht über die Yamaha FJR 1300 zu schreiben. Sie hat eine große Fangemeinde und wird später einmal eine ähnlich mythische Verehrung genießen wie ihre Vorgängerin, die legendäre XJ 900 Diversion.

Doch wir befinden uns im Jahr 2010, und Yamaha will fast 17.000 Euro für sein Schätzchen. Da ist es wohl gestattet, etwas kritischer hinzusehen.

Pluspunkte der FJ 1300 A: Sie ist ausgereift und exzellent verarbeitet. Ihr Motor hat richtig Kraft, ihr Windschutz ist wirklich tourentauglich, ihr Geradeauslauf bolzstabil bis zur Höchstgeschwindigkeit. Zwei stabile Seitenkoffer mit je 30 Litern Fassungsvermögen sind Serie, genauso wie eine Wegfahrsperre. Die Sitzhöhe lässt sich mit einem Umstecken des Sitzrahmens zwischen 790 und 810 mm variieren, die Scheibenhöhe kann elektrisch um 12 cm verstellt werden. Dank Kardan fällt die lästige Kettenschmiererei und -kontrolle weg.

Kommen wir zu den Problemzonen... auch zum Modelljahr 2010 verweigert Yamaha der FJR 1300 A einen langen sechsten Gang. Das ist nicht nur aus Verbrauchsgründen nachteilig, sondern wegen der Vibrationsfreudigkeit des Vierzylinders bei mittleren Drehzahlen. Drehzahlen, in denen man sich im fünften Gang im Bereich der Autobahn-Richtgeschwindigkeit aufhält. Yamaha geht wohl davon aus, dass seine Kunden eher mit 100 km/h dahinschleichen oder eben richtig Gas geben.

Kurven sind bei der FJR 1300 A ein eigenes Kapitel. Die Maschine kippt etwas zu freudig in Schräglage, um dort dann störrisch zu verharren. Dazu gesellt sich die geringe Schräglagenfreiheit durch die niedrigen Fußrasten. Insgesamt ist die FJR kein Bike für gewundene Landstraßen und Alpenpässe.
Die Bremsen verzögern hervorragend und lassen sich fein dosieren. Die Teilintegralbremse mag aber nicht jedem gefallen, denn die Fußbremse betätigt Vorder- und Hinterradbremse gleichzeitig. Der Handhebel dagegen spricht nur die Vorderradremse an.

Der Windschutz ist zwar gut, aber man leidet bei höheren Geschwindigkeiten unter einer starken Sogwirkung, besonders die Sozia. Zudem ist es nicht leicht verständlich, wieso man bei einem so teuren Motorrad das 47 Liter fassende Topcase mit 255 Euro extra bezahlen muss (die Testmaschine hatte konsequenterweise kein solches Topcase montiert). Die Serviceintervalle sind zum Glück geldbeutelschonend lang (10.000 km).

Letztlich hinterlässt die FJR angesichts des recht hohen Kaufpreises einen zwiegespaltenen Eindruck. Man wünscht sich zumindest einen sechsten Gang und ein überarbeitetes Fahrwerk. Es wirkt einfach so, als wäre die FJR 1300 ein Auslaufmodell, an dem Yamaha nicht mehr viel verbessern will. Aber vielleicht ist das ja im Sinne ihrer Käufer.

(Daten Stand 08/2010. Alle Angaben ohne Gewähr.)

Link: yamaha-motor.de