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Triumph Bonneville SE 865 - 2010 (Naked Bike)

Triumph Bonneville SE

Motorart/Kühlung R 2 / Luft
Hubraum 865 ccm
Gemischaufbereitung Einspritzung / G-Kat / Euro 3
PS - UMin 67 PS (49 kW) - 7500/min
Nm - UMin 69 Nm - 5800/min
Gänge/Antrieb 5 / Kette
Fahrbericht in Motorrad 22/2010
Leergewicht vollgetankt (gemessen) 227 kg
0 - 70 km/h - s
0 - 100 km/h (4,2) s
0 - 120 km/h - s
0 - 140 km/h - s
0 - 150 km/h - s
0 - 160 km/h - s
0 - 180 km/h - s
0 - 200 km/h - s
1 km, stehender Start - s
Durchzug letzter Gang
60 - 100 km/h - s
60 - 120 km/h - s
60 - 140 km/h (12,2) s
60 - 160 km/h - s
100 - 140 km/h - s
140 - 180 km/h - s
Vmax (liegend) (188) km/h
100 - 0 km/h - m
Handlingparcours I -
Handlingparcours II -
Kreisbahn -
Verbrauch Landstraße (5,7) L/SB
Preis Testmotorrad zzgl. NK 8.890 Euro (10/2009)

Bemerkungen:
Bereifung: 110/70 R 17 - 130/80 R 17

Sitzhöhe 750 mm. Zuladung (am gemessenen Leergewicht) 203 kg. Tankinhalt 16 Liter.

Dies ist kein Test mit Original-Fahrleistungen der Bonneville SE, aber diese Maschine ist außergewöhnlich genug, dass sie hier unbedingt erwähnt werden muss.

Die angegebenen Fahrleistungen (in Klammern) stammen von einer 64 PS starken Bonneville T100 mit Vergasermotor von 2005. Das Modell Bonneville SE von 2010/2011 ist mit diesem Modell vergleichbar, daher habe ich die Fahrleistungen, die von der Zeitschrift MO für die T100 ermittelt wurden, hier einfach übernommen. Triumph gibt die Höchstgeschwindigkeit der SE mit 180 km/h an.

Was macht die Bonneville so besonders? Sie ist diesseits einer Royal Enfield die klassischste Möglichkeit, mit Euro 3 unterwegs zu sein. Mittlerweile ist aus der Bonneville, die in Thailand montiert wird, eine richtige Modell-Familie erwachsen.

Es folgt eine kleine Modellkunde: Zunächst wurde die Bonneville als Retro-Bike mit Speichenrädern, 19 Zoll großem Vorderrad und einem 790 ccm großen und 61 PS starken Vergaser-R2 angeboten. Zum hundertjährigen Jubiläum der Marke legte Triumph die Sonderserie T100 auf. Der Motor wurde auf 865 ccm aufgebohrt, was vor allem dem Drehmomentverlauf zu gute kommt. Dazu gesellten sich eine aufwendige Zweifarblackierung, ein Drehzahlmesser und gummierte Tankpads.
Danach stellte man mit der Thruxton eine auf 70 PS leistungsgesteigerte und im Sportlook der 1960er Jahre gestaltete Version auf den Markt, die in ihrer Einspritzvariante bei MO mit einer echten Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h gemessen wurde - da sage noch einer, Klassiker seien langsam.

Zum Modelljahr 2010 wurde dann eine modifizierte Version der Bonneville vorgestellt, die neben dem 865er Motor nun ein handlingsfreundlicheres, 17 Zoll großes Vorderrad sowie Gussfelgen im Stil der späten 1970er Jahre aufweist. Es gibt von der Bonneville auch eine "Sparvariante" ohne SE im Namen, die nur in schlichtem Schwarz oder Weiß und ohne Drehzahlmesser geliefert wird.

Wie fährt die Bonneville SE in der Praxis? Völlig gelassen. Ja, sie ist unterdämpft. Ja, ihre Bremsen sind diffus. Nein, Sport im engeren Sinne ist mit der Bonneville nicht zu machen. Aber was solls? Die 17-Zoll-Bonneville gibt sich betont handlich und der Motor zieht richtig gut durch. Die allgegenwärtigen Vibrationen lassen den Fahrer nie im Unklaren über die Zylinderzahl, der Sound ist charaktertypisch aber sehr gedämpft. Hier macht sich die Euro 3-konforme Abstimmung bemerkbar. Wer mehr Sound will, muss illegalerweise die dB-Killer entfernen oder auf eine Arrow 2-in-1 aus dem Werkszubehör zurückgreifen. Oder einfach gelassen bleiben und sich an der vorbeiziehenden Umgebung freuen.

Für die Bonneville SE gibt es 2011 eigentlich nur eine einzige ernsthafte Konkurrenz, die neue Kawasaki W 800. Luftgekühlter Reihen-Zweizylinder mit echter Königswelle, 773 ccm, Speichenräder und ein gnadenlos klassisches Design zu einem (voraussichtlichen) Preis von 8.090 Euro zzgl. NK. Jedoch leistet die W 800 nur 48 PS, was manchem Klassikfan dann doch zu wenig sein könnte.

(Daten Stand 10/2010. Alle Angaben ohne Gewähr.)

Link: triumph.co.uk