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Moto Guzzi Griso 8V - 2008 (Serie)

Moto Guzzi Griso 8V

Motorart/Kühlung V 2/Luft-Öl
Hubraum 1151 ccm
Gemischaufbereitung Einspritzung/G-Kat/Euro 3
PS - UMin 110 PS (81 kW) - 7500/min
Nm - UMin 108 Nm - 6400/min
Gänge/Antrieb 6/Kardan
Test in MO 05/2008
Gewicht vollgetankt 247 kg
0 - 70 km/h - s
0 - 100 km/h 3,9 s
0 - 120 km/h - s
0 - 140 km/h - s
0 - 150 km/h - s
0 - 160 km/h - s
0 - 180 km/h - s
0 - 200 km/h - s
1 km, stehender Start - s
Durchzug letzter Gang
60 - 100 km/h - s
60 - 120 km/h - s
60 - 140 km/h 9,8 s
60 - 160 km/h - s
100 - 140 km/h - s
140 - 180 km/h - s
Vmax solo (gemessen) 221 km/h
100 - 0 km/h - m
Handlingparcours I -
Handlingparcours II -
Kreisbahn -
Testverbrauch 7,3 L/SB
Preis Testmotorrad zzgl. NK 12.950 Euro (04/2008)

Bemerkungen:
Bereifung: 120/70 ZR 17 - 180/55 ZR 17 (Metzeler Sportec M3)

Leistungsmessung auf dem Rollenprüfstand (vergleichbar mit einer genormten Serienmessung): 110 PS bei 7200/min, 114 Nm bei 6500/min.

Reichweite der Gänge: -/-/-/-/-/- km/h.

Die Griso ist eine astreine Moto Guzzi. Also ein ausgeprägter Selbstdarsteller mit klassisch anmutender Linie. Diese Linie wird allerdings bei der Griso ins stark futuristische verzerrt. Besonders in hellen Farben ist sie für klassisch orientierte Fans der Marke eine Provokation. Aber das ist gewollt. Und traditionelle Guzzi-Eigenschaften besitzt die Griso jede Menge.

Da wäre zunächst der 90-Grad-V2, bis auf wenige Ausnahmen das Herz einer jeden Maschine aus Mandello del Lario. Und der Kardanantrieb, quasi wartungsfrei und immer mit etwas Spiel im Antrieb. Bislang leistete die Griso als 1100er 88 PS an den Kardan weiter. Das war vielen Fans zu wenig, andere Roadster bieten mittlerweile locker dreistellige PS-Zahlen. Nun stattete Moto Guzzi die Griso mit Vierventil-Zylinderköpfen aus (daher die 8V im Modellnamen für 2x4 Ventile). Diese ermöglichen bei 1151 ccm Hubraum echte 110 PS bei geradezu autoähnlichen Drehzahlen und ein kräftiges Drehmomenthoch ca. 1000 Umdrehungen davor.

Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Wie alle Guzzis kämpft auch die Griso 8V mit einer modelltypischen Eigenheit - bei etwa 4000/min bricht das Drehmoment dramatisch ein (von ca. 90 auf 80 Nm bei 4500/min), um dann wieder anzusteigen. Bei gut 5000/min folgt dann ein zweiter Wind und die Maschine dreht stürmisch bis über 7000/min. Danach wird sie etwas zäh und riegelt bei 8300/min ab. Der Durchhänger im mittleren Drehzahlbereich ist gerade auf Landstraßen ziemlich ärgerlich. Mithin zieht die 110 PS starke Griso 8V genauso "gut" von 60 auf 140 km/h durch wie eine 88 PS starke Griso 1100 im MO-Test von 2006. Wer schnell sein will, muss die Drehzahl immer über 5000/min halten. Zum Glück schaltet sich das Sechsganggetriebe kalt wie warm gut.

Die Sitzhaltung auf der Griso ist genauso gewöhnungsbedürftig. Große Fahrer sitzen mit stark angewinkelten Beinen, kleine Fahrer müssen sich weit über den Tank strecken, um an den Lenker zu kommen. Kurzbeinige mit langen Armen sind auf der Griso klar im Vorteil... Die Sitzbank ist breit, aber hart. Die Sozia sitzt auch nicht übermäßig bequem. Die Griso ist also eher etwas für die unterhaltsame Kurzstrecke als für ausgedehnte Touren.

Das Fahrverhalten in Kurven ist von einer gewissen Störrigkeit mit einem deutlichen Aufstellimpuls beim Bremsen in Schräglage geprägt. Die Federung ist betont hart, aber gut abgestimmt.

Die Verarbeitung der Griso ist gut, es stören aber die vielen Plastikchrom-Teile, die selbst Spiegel und Scheinwerfer nicht verschonen. Es wirkt alles ein bisschen retro-futuristisch. Dafür gibt es schöne Radial-Bremssättel und Wave-Bremsscheiben am Vorderrad. Alle 10.000 km muss die Griso 8 V zur Inspektion, einen Hauptständer gibt es nicht.

(Daten Stand 04/2008. Alle Angaben ohne Gewähr.)

Link: motoguzzi.de