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Kawasaki ZX-9R (ZX 900 EE) - 2000 (Serie)



Motorart R 4/Wasser
Hubraum 899 ccm
Gemischaufbereitung Vergaser/U-Kat SLS
PS - UMin 143 PS (105 kW) - 11000/Min
Nm - UMin 101 Nm - 9200/Min
Gänge/Antrieb 6/Kette
Test in Motorrad 07/2000
Gewicht vollgetankt 217 kg
0 - 70 km/h - s
0 - 100 km/h 3,0 s
0 - 120 km/h - s
0 - 140 km/h - s
0 - 160 km/h - s
0 - 180 km/h - s
0 - 200 km/h - s
1 km, stehender Start - s
Durchzug letzter Gang
60 - 100 km/h - s
60 - 120 km/h - s
60 - 140 km/h 8,7 s
60 - 160 km/h - s
100 - 140 km/h - s
140 - 180 km/h - s
Vmax solo 279 km/h
100 - 0 km/h - m
Handlingparcours I -
Handlingparcours II -
Kreisbahn -
Verbrauch 4,9 - 7,9 L/SB
Grundpreis 22.490 DM (2000)

Bemerkungen:
Bereifung: 120/70 ZR 17 - 190/50 ZR 17.

10 Jahre nach dem Verkaufsstart der legendären GPZ 900 R machte sich die ZX-9R daran, in der Version ZX 900 B sein schweres Erbe anzutreten. Zeitlebens schaffte es die ZX-9R nicht, den Nimbus seiner Vorgängerin zu erreichen. Das lag in ihrer Konzeption begründet, die bei aller Sportlichkeit die Alltagstauglichkeit nicht aus den Augen verlor.

In ihrem ersten Verkaufsjahr 1994 war die 100 PS starke ZX-9R ganze 40 kg schwerer als ihre Hauptkonkurrentin, die Honda CB 900 RR (sie wog ca. 245 kg leer vollgetankt). Sie kostete 19.990 DM und verfügte über ein doppeltes Ram Air System, das schnell durch sein martialisches Ansauggeräusch bekannt wurde. Insgesamt wirkte die ZX-9R aber eher wie ein Sporttourer. Eine relativ bequeme Sitzposition mit hohem Lenker, eine gute Vollverkleidung und ein echter Soziusplatz unterstrichen dies neben der Federung, die sogar ein wenig Konfort bot.

Dass die Maschine gut geraten war konnte man daran ablesen, dass sie bis 1998 nicht großartig überarbeitet wurde. 1995 wurden bei der ZX 900 B die Vergaser und die Zündkennlinien überarbeitet, ein anderer Auspuff montiert und die ersten drei Gänge kürzer übersetzt (Preis 20.290 DM). 1996 änderte man wiederum die Vergaser, montierte eine Sechskolbenzange vorne und Soziushaltegriffe hinten. Die Leistung wurde aus Versicherungsgründen auf 98 PS reduziert.

Da die Kritiker nicht verstummen wollten, die das hohe Leergewicht und die ausladenden Dimensionen der ZX-9R bemängelten, wurde 1998 ein völlig neues Modell vorgestellt, die ZX 900 C. Sie hatte einen neuen Motor, der viel kurzhubiger ausfiel als sein Vorgänger. Die ZX-9R geriet deutlich kompakter und graziler. Die Upsidedown-Gabel wurde durch eine Telegabel ersetzt, der Rahmen hatte keine Unterzüge mehr. Die ZX 900 C kostete 20.690 DM, einen U-Kat gabe es auf Wunsch gegen 300 DM Aufpreis - das Kat-Modell hieß ZX 900 D.

Mit der konsequenteren Ausrichtung auf Sport handelte sich Kawasaki aber auch eine unangenehme Nebenwirkung ein. Die ZX-9R C und D litten unter heftigem Gabelflattern. Besonders beim scharfen Bremsen wurde der Bremsweg unnötig lang, weil das Fahrzeug nur schwer in der Spur zu halten war. 1999 reagierte man darauf, in dem man den Rahmen der ZX 900 C/D im Bereich des Lenkkopfs verstärkte, die Bremsscheiben und -beläge änderte, die Gabelgleitbuchsen modifizierte und die Federung weicher abstimmte. Wegen dieser Änderungen wird diese modifizierte ZX 900 C/D manchmal auch ZX 900 C2 bzw. D2 bzw. E1 genannt.

Nachdem das Gabelflattern duch diese Maßnahmen immer noch nicht ganz verschwunden war, beschloss Kawasaki die ZX-9R zum Modelljahr 2000 abermals komplett neu zu konstruieren. Die Verkleidung wurde zusammen mit dem Ram Air System neu gestaltet und verfügte nun über Doppelscheinwerfer, die Zylinder bestanden aus Alu und hatten beschichtete Laufbahnen um die innere Reibung zu minimieren. Modifizierte Einlasskanäle und geänderte Steuerzeiten, neue Vergaser und höhere Verdichtung rundeten die Tuningmaßnahmen des Motors ab. Fortan musste Super statt Normal getankt werden. Der Rahmen bekam ein angeschraubtes Heck und einen nochmals verstärkten Lenkkopf, der Nachlauf wurde verlängert, die Schwinge verstärkt, das Federbein konnte in der Höhe verstellt werden. Man vergrößerte die Bremsscheiben und verbreiterte den Hinterreifen. Rad- und Schwingenachsen erhielten auch eine Verstärkung. Die Kat-lose Version entfiel, die Typenbezeichnung war nun ZX 900 EE. Der Preis betrug 22.490 DM.

Lustigerweise litt auch diese ZX-9R EE unter Gabelflattern beim Bremsen, was durch umfangreiche Veränderungen an Rahmen, Schwinge und Federung 2002 bei der Version ZX 900 EF weitgehend abgestellt wurde.

Gebrauchte Kawasaki ZX-9R sind wegen ihrer guten Tourenqualitäten recht beliebt (Okt. 2005). Typische Schwächen sind defekte Wasser- und Spritpumpen sowie herausspringende Gänge.

Link: kawasaki.de