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Honda VTR 1000 SP-2 - 2002 (Serie)



Motorart V 2/Wasser
Hubraum 999 ccm
Gemischaufbereitung Einspritzung/G-Kat SLS/Euro 2
PS - UMin 135 PS (100 kW) - 10000/min
Nm - UMin 102 Nm - 8000/min
Gänge/Antrieb 6/Kette
Test in Motorrad spezial 01/2003
Gewicht vollgetankt 217 kg
0 - 70 km/h - s
0 - 100 km/h 3,1 s
0 - 120 km/h - s
0 - 140 km/h 4,9 s
0 - 150 km/h - s
0 - 160 km/h - s
0 - 180 km/h - s
0 - 200 km/h 9,6 s
1 km, stehender Start - s
Durchzug letzter Gang
60 - 100 km/h 4,4 s
60 - 120 km/h - s
60 - 140 km/h 10,0 s
60 - 160 km/h - s
100 - 140 km/h 5,6 s
140 - 180 km/h 6,0 s
Vmax solo (gemessen) 278 km/h
100 - 0 km/h - m
Handlingparcours I - s/- km/h
Handlingparcours II - s/- km/h
Kreisbahn 46 m - s/- km/h
Verbrauch Landstraße 5,5 L/NB
Grundpreis zzgl. NK 14.590 Euro (2002)

Bemerkungen:
Bereifung: 120/70 ZR 17 - 190/50 ZR 17 (Dunlop D 208 FN/N).

Leistungsmessung auf dem Rollenprüfstand (vergleichbar mit einer genormten Serienmessung): 134 PS bei 10200/min, 101 Nm bei 8200/min.

Reichweite der Gänge: -/-/-/-/-/- km/h.

Rundenzeit auf der Rennstrecke von Calafat, Spanien: 1.34,1 min. Die Zeit wurde auf Michelin Pilot Race 2 ermittelt (hinten 180/55 ZR 17).

Eine Liebhaber-Maschine made by Honda? Eigentlich unvorstellbar. Doch im Falle der VTR 1000 SP-2 kann man davon sprechen. Sie ist der Bad Boy von Honda, der nie so richtig ins ausgewogene Programm des Massenherstellers passen wollte.

Das V2-Sportkonzept entstand, als Honda sich dazu entschloss, in das Revier der italienischen V2-Sportler - insbesondere Ducati - einzudringen, um neue Käuferschichten zu erschließen. VTR steht für "V-Twin-Racer". Honda trat mit dem neuen V2 in der Superbike-WM an und hatte Erfolg. 2000 und 2002 wurde Colin Edwards auf einem Honda-V2 Weltmeister. Die Straßenversion dieses Renners, die VTR 1000 SP-1, war weitaus weniger erfolgreich. Ein Grund war die für einen Sportler viel zu weiche Fahrwerksabstimmung und das kippelige Einlenkverhalten in Kurven. Die Version SP-2 hatte zwar ein sehr zielgenaues und stabiles Lenkverhalten in Kurven, es blieben aber auf der Rennstrecke zwei Schwächen: Die 43 mm-Gabel war immer noch zu weich gefedert und ging beim harten Bremsen auf Block. Desweiteren fehlte ein Lenkungsdämpfer.

Ein viel gewichtigerer Umstand für den kommerziellen Misserfolg der VTR 1000 SP-2 hatte einen konkreten Namen: Ducati 998 S. Zwar gewann die SP-2 in der Zeitschrift Motorrad einen direkten Vergleichstest nach Punkten. Doch man konnte ein paar Tatsachen damit nicht wegwischen: Die 998 S beschleunigte eine Sekunde schneller auf 200 km/h. Und sie zog deutlich besser durch. Auf der Rennstrecke von Calafat nahm die 998 S der VTR SP-2 0,6 Sekunden ab (auf gleichen Reifen). Das sind vielleicht Zahlen - aber wenn man, wie Honda, eine Weltmeister-Replika anbietet, dann sollte sie auch schneller sein als die Konkurrenz. - Einen praktischen Vorteil hatte der SP-2 Motor aber gegenüber dem 998 S Aggregat. Er zog schon aus unteren Drehzahlen gleichmäßig an und hackte nicht unterhalb von 3000/min auf der Kette herum, wie es die Ducati-Maschine tat.

Das Image... die 998 S war schon zu Produktionszeiten eine Legende. Eine Maschine, der man in jedem Einzelteil italienisches Herzblut anmerkte. Das ging der SP-2 scheinbar ab. Da half ihr auch der um über 5.000 Euro günstigere Kaufpreis nichts (998 S mit 136 PS: 19.900 Euro + NK, 998 mit 124 PS: 15.800 Euro + NK). Wer sich eine 998 S nicht leisten konnte, der kaufte sich trotzdem keine SP-2, sondern die schwächere 998.

Wie komme ich also auf den Begriff "Liebhaber-Maschine"? Weil die SP-2 etwas Besonderes ist. Sie wird auf lange Zeit die V2-Sportlerin von Honda bleiben. Eine Nachfolgerin für die SP-2 ist mangels Verkaufschancen nicht in Sicht (Stand 05/2007). Weil sie eine Honda ist, kann man mit ihr auch im Alltag viel Spaß haben, auch wenn Sitzposition und Federungskomfort konsequent sportlich ausfallen. Sie ist durchdacht konstruiert und zuverlässig. Ihr grollender V2-Sound lässt den Asphalt erbeben und sie ist, absolut gesehen, sauschnell. Es gibt nur wenige Exemplare dieses 998-ccm-DOHC-V2-Achtventil-Renners und man kann sogar eine Sozia mitnehmen. Wenn sie es auch nicht lange auf dem Mini-Sitzbrötchen aushält...

Mit ein paar härteren Gabelfedern bzw. dickerem Gabelöl und einem Nachrüst-Lenkungsdämpfer ist die SP-2 auch uneingeschränkt renntauglich. Sie ist auffällig und man sieht sie nicht an jeder Straßenecke. Es gibt also durchaus Gründe, sich auch jetzt noch für eine Honda VTR 1000 SP-2 zu entscheiden.

Im Bild eine 2004er SP-2 (das 2002er Modell gab es nur in weiß).

(Stand Daten 2002, Kommentar 05/2007, alle Angaben ohne Gewähr)

Link: honda.de