| Motorart/Kühlung | V 2 (90 Grad)/Wasser |
| Hubraum | 997 ccm |
| Gemischaufbereitung | Einspritzung/G-Kat/Euro 3 |
| PS - UMin | 121 PS (89 kW) - 9500/min |
| Nm - UMin | 104 Nm - 7500/min |
| Gänge/Antrieb | 6/Kette |
| Test in Motorrad 12/2008 | |
| Gewicht vollgetankt | 203 kg |
| 0 - 70 km/h | - s |
| 0 - 100 km/h | 3,4 s |
| 0 - 120 km/h | - s |
| 0 - 140 km/h | 5,3 s |
| 0 - 150 km/h | - s |
| 0 - 160 km/h | - s |
| 0 - 180 km/h | - s |
| 0 - 200 km/h | 10,4 s |
| 1 km, stehender Start | - s |
| Durchzug letzter Gang | |
| 60 - 100 km/h | 4,2 s |
| 60 - 120 km/h | - s |
| 60 - 140 km/h | 8,4 s |
| 60 - 160 km/h | - s |
| 100 - 140 km/h | 4,2 s |
| 140 - 180 km/h | 5,2 s |
| Vmax solo (werk) | (245) km/h |
| 100 - 0 km/h | - m |
| Handlingparcours I | - |
| Handlingparcours II | - |
| Kreisbahn | - |
| Verbrauch Landstraße | 5,0 L/SB |
| Preis Testmotorrad inkl. NK | 15.385 Euro (05/2008) |
| Bemerkungen: Bereifung: 120/70 ZR 17 - 180/55 ZR 17 Leistungsmessung auf dem Rollenprüfstand (vergleichbar mit einer genormten Serienmessung): 129 PS bei 9200/min, 100 Nm bei 7500/min. Reichweite der Gänge: -/-/-/-/-/- km/h. Um die Bedeutung der Ducati Monster S4R S für die Motorradwelt zu verstehen, müssen wir zunächst einen Ausflug in die Autogeschichte unternehmen. 1987 wurde ein Sondermodell des Porsche Carrera angeboten, das unter Kennern als "die Essenz des Porsche 911" gilt. Der Porsche 911 Carrera 3.2 Club Sport (unter Kennern auch als 911 CS bekannt) basierte auf dem 911 der G-Serie. Mithin das letzte Modell ohne Servolenkung, mit schwergängiger Kupplung und Schaltung. Der letzte Heckschleuder-911 ohne ABS, ESP und einem Fahrverhalten, das im sehr hoch angelegten Grenzbereich bei Lastwechseln vom hartnäckigen Untersteuern in konsequentes Übersteuern umschlägt. Der Club Sport war rund 100 kg leichter als der normale 911 (unter Verzicht auf sämtliche Komfort-Extras außer einer Heizung). Ein unverfälschtes, wildes, eigensinniges Tier. auto motor und sport - Tester Klaus Westrup nannte den 911 Carrera 3.2 CS den "wahrhaftigsten" Porsche. Nur 340 Exemplare wurden hergestellt. Damals stieß dieser 911 bei den meisten Menschen auf Unverständnis. Er war zu wild, zu echt, zu anstrengend. Die Zeichen standen Ende der 80er Jahre auf stressfreie Sportlichkeit, mit allen Extras und Komfort. Mühelose Sportlichkeit mit absoluter Fahrsicherheit und leichter Bedienung wurde von den Kunden gewünscht - und in den Folgejahren mit immer größeren und schwereren Sportwagenmodellen quittiert. Heute wünschen sich viele Menschen die gute, alte 911-Zeit zurück. Und gut gepflegte 911 CS-Exemplare erzielen Höchstpreise. Derzeit wird ein originaler 911 CS 3.2 mit 136.000 km auf dem Tacho bei mobile.de angeboten - für über 56.000 Euro. Das ist deutlich mehr, als das Auto neu gekostet hatte. Kommen wir zur Ducati Monster S4R S, Baujahr 2008. Sie ist der letzte Mohikaner der klassischen Monster-Reihe, mit kreisrundem Scheinwerfer und geradezu obszön offen sichtbarer Technik. Der Gitterrohrrahmen sieht auch aus wie ein Gitter und der Motor hängt absolut unverkleidet, nackt, darunter. Jedes Kind kann eine Monster sofort als Monster erkennen. Ob das beim Nachfolger, der aller Wahrscheinlichkeit nach 2009 vorgestellt wird, noch der Fall sein wird - wer will darauf eine Wette eingehen? Der Testaretta-Motor der S4R S ist ein Höhepunkt für sich. Nominell 121 PS stark (laut Fahrzeugschein, der Ducati-Katalog spricht von 130 PS), stemmte er auf dem Prüfstand ganze 129 PS. Bei 2500/min wacht er auf und bringt da schon über 70 Nm Drehmoment mit. Knapp unter 7000/min kommt dann der Schub, der sich bei 8000/min noch einmal intensiviert und bis zum Leistungszenit bei 9200/min anhält. Danach flacht die Leistung spürbar ab, bei 10300/min wird dann abgeriegelt. Das Fahrwerk ist Ducati-typisch abgestimmt. Hinten malträtiert ein hartes Federbein das Steißbein des Fahrers, vorne sorgt eine zu weich abgestimmte Öhlins-Gabel dafür, dass die S4 RS in holprigen Kurven eine weite Linie wählt. Die Monster S4R S will schnell gefahren werden und verlangt einen festen, entschlossenen Griff am Lenker. Dann funktioniert sie gut. Die bissige Bremse will mit Bedacht bedient werden. Grobmotoriker bringen bei abrupten Bremsmanövern die weiche Gabel schnell auf Block. Die Sitzposition auf der Monster ist genauso gewöhnungsbedürftig. Die Fußrasten sind sehr hoch, so dass große Menschen sich in Froschhaltung üben müssen. Gleichzeitig sind lange Arme von Vorteil, denn man wird lang über den Tank (mit der Airbox) gezogen. Der Lenker sitzt weit vorne und ziemlich tief. Dabei geht ein bisschen das Gefühl fürs Vorderrad verloren, denn es ist gefühlsmäßig recht weit weg vom Fahrer. Zusammen mit der langen Übersetzung und dem recht geringen Lenkeinschlag kann das Fahren in der Stadt damit zur Geduldsprobe werden. Mithin ist es nicht verwunderlich, dass die Ducati Monster S4R S beim technischen Vergleichstest der Naked Bikes in der Motorrad 12/2008 den letzten Platz einnahm (hinter BMW K 1200 R, Triumph Speed Triple, Suzuki B-King, KTM 990 Super Duke, Honda CB 1000 R, Yamaha FZ1 und Kawasaki Z 1000). In der Hackordnung am Motorrad-Treff muss sie sich anscheinend ganz unten einreihen. Doch das Leben besteht nicht nur aus Treffs, man fährt ja auch. Und da entfaltet die Monster S4 RS ihre eigene Faszination. Sie ist ein Tier, das gezähmt werden will. Man muss sie beherrschen lernen. Sie hat einen unverwechselbaren Charakter. Wer das mag, für den ist die Monster die Nummer Eins. Das Nachfolgemodell wird voraussichtlich glattgeföhnter daherkommen und einfacher zu fahren sein. Man kann davon ausgehen, dass die Monster S4R S das letzte wilde, unverfälschte Naked-Modell von Ducati ist. Und das wird sie in späteren Zeiten zu einer Legende machen. Zumindest aber zu einem Geheimtipp für Kenner. Noch kann man eine S4R S ganz einfach beim Händler kaufen. Sind angesichts dessen 15.385 Euro wirklich zuviel verlangt...? (Daten Stand 05/2008. Alle Angaben ohne Gewähr.) Link: ducati.de |