
| Motorart | V 12 Benziner |
| Hubraum | 4942 ccm |
| Aufladung | Sauger/kein Kat |
| PS - UMin | 390 PS (287 kW) - 6300/min |
| Nm - UMin | 490 Nm - 4500/min |
| Motorlage/Antrieb | Mittelmotor/Heck |
| Gänge/Schaltung | 5/manuell |
| Test in ams Jahrbuch 1986 | |
| Gewicht | 1632 kg |
| 0 - 80 km/h | 4,1 s |
| 0 - 100 km/h | 5,7 s |
| 0 - 120 km/h | 7,5 s |
| 0 - 130 km/h | - s |
| 0 - 140 km/h | 9,7 s |
| 0 - 160 km/h | 12,2 s |
| 0 - 180 km/h | 15,9 s |
| 0 - 200 km/h | 19,7 s |
| 0 - 250 km/h | - s |
| 400 m, stehender Start | 13,6 s |
| 1 km, stehender Start | 24,5 s |
| Vmax | 291 km/h |
| 100 - 0 km/h (kalt) | - m |
| 100 - 0 km/h (warm) | - m |
| Nordschleife | - min |
| Hockenheim, kleiner Kurs | - min |
| Motopark Oschersleben | - min |
| max. Querbeschleunigung | - g |
| Slalom 18 m | - km/h |
| Slalom 36 m | - km/h |
| ISO Ausweichtest 110 m | - km/h |
| Testverbrauch min/max/ges | 14,8/22,9/18,4 L/S |
| Grundpreis | 222.300 DM (1985) |
| Testwagenpreis | - DM (-/1985) |
| Bemerkungen: Bereifung: 240/45 VR 415 TRX - 280/45 VR 415 TRX Gepäckraum: 112/- L. Zuladung (Testwagen): 208 kg. Anhängelast ungebremst/gebremst: -/- kg Länge/Breite/Höhe 4485/1976/1130 mm, Radstand 2550 mm, Spur vorne/hinten 1518/1660 mm. Wendekreis links/rechts 13,2/12,9 m. Gewichtsverteilung vorne/hinten 41,9/58,1. Reichweite der Gänge -/-/-/-/-/(293) km/h Der Ferrari Testarossa war einer DER Traumsportwagen der 80er Jahre. Heute noch weiß fast jedes Kind einen "Testarossa" optisch einzuordnen. Anfangs (1984) allerdings war dessen kommerzieller Erfolg nicht sicher. Der Testarossa (sein Name leitet sich von der roten Schrumpflackierung auf seinem Zylinderkopfgehäuse ab) beerbte den legendären BB 512, dessen Design noch heute bei manchem Ferrari-Fan als das beste aller Zeiten angesehen wird. Doch schon anfangs der 90er Jahre war klar, dass die CocaCola-Flaschen-ähnliche Designlinie, die mit dem Dino in den 60ern vorgestellt wurde, langsam an Faszination verlor. Es musste ein neues, avantgardistisches, anderes Design her. Pininfarina schuf daraufhin ein echtes Meisterwerk. Die Karosserie des Testarossa symbolisierte einen einzigen Flügel. Der Wagen kam deswegen trotz seiner hohen Leistung ohne auffälligen Heckspoiler aus. Der cW-Wert des zu seiner Bauzeit wahnsinnig auffälligen Autos betrug moderate 0,36. Technisch gesehen waren die breiten, gerippten Kiemen an den Testarossa-Flanken durch eine Umkonstruktion der Motorbelüftung notwendig geworden. Der BB 512i hatte noch einen einzelnen, großen Radiator in der Frontschürze, während der Testarossa zwei kleine Radiatoren in den Flanken vor den hinteren Kotflügeln besaß. Der Boxermotor (es ist technisch gesehen ein V12 mit 180 Grad Zylinderwinkel) war mit Vierventilköpfen und zwei mechanischen Bosch K-Jetronik Einspritzsystemen ausgerüstet. Das Triebwerk glänzte mit einem tadellosem Rundlauf schon ab Leerlaufdrehzahl, spontanem und ruckfreiem Ansprechen auf Gaspedalbefehle sowie einer bis dato bei Ferrari nicht gekannten Elastizität. Im großen Gang, der bis ca. 293 km/h reichte, konnte man ab 50 km/h ruckfrei bis zur Höchstgeschwindigkeit beschleunigen. Durchzugswerte im 5. Gang: 60 bis 120 km/h in 15 Sekunden, 60 bis 180 km/h in 30 Sekunden. Bei 6800/min trat der Drehzahlbegrenzer in Aktion (bei 6800/min im 5. Gang und echten 291 km/h drehte der Testwagen aus). Offiziell gab Ferrari eine Höchstgeschwindigkeit von 290 km/h für den Testarossa an. Der Innenraum des Testarossa war etwas großzügiger als der des BB 512, dazu kamen bequeme und mehrfach verstellbare Ledersitze. Vollederausstattung, Klimaautomatik, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung und höhenverstellbares Lenkrad gab es serienmäßig. Plus ein Kassettenradio mit vier Lautsprechern... für die übliche 80er-Jahre-Musik mag das wohl gereicht haben. Als einziges Extra gab es anfangs nur ein ledernes Kofferset für 4.000 DM. Unbekannt in einem Ferrari waren damals Airbags, ABS, ESP, ASR, halbautomatische Schaltung oder gar eine Servolenkung. Man musste in den 80ern noch üben, um mit einem Supersportler wie dem Testarossa richtig schnell zu sein. Doch der Wagen zeigte sich auf trockener Fahrbahn von seiner gutmütigen Seite. Nur bei Nässe musste man beim Gasgeben und beim Bremsen in Kurven vorsichtig sein, denn dann konnte der Testarossa mit seinem Heck unvermittelt um sich werfen. Zudem wurde die Front ab 250 km/h beunruhigend leicht, so dass man auf der Autobahn meistens freiwillig unterhalb dieser kritischen Geschwindigkeit blieb. Modellbesonderheiten: Der Testarossa übernahm die Basisplattform des BB 512. Sein stählerner Gitterrohrrahmen war sehr verwindungssteif, hatte aber eine Schwachstelle. Das Antriebsaggregat saß hinten in einem eigenen Hilfsrahmen, der mit dem vorderen Gitterrohrrahmen verschraubt war. Dadurch konnte sich der Testarossa beim schnellen Kurvenfahren an dieser Nahtstelle verwinden, was ihn im Extremfall unberechenbar machen konnte. Beim Nachfolgemodell 512 TR wurde der hintere Hilfsrahmen mit dem Vorderteil verschweißt, was die Verwindungssteifigkeit entscheidend verbesserte. Die erste Serie des Testarossa von 1985 hatte noch Felgen mit Zentralverschluss. Sie konnten zu leicht abmontiert (d.h. geklaut) werden, deswegen rüstete Ferrari den Testarossa ab 1986 mit Felgen mit fünffachen Radmuttern aus. Kurz nach seiner Präsentation bekam der Testarossa eine modifizierte Einspritzanlage, die die Fahrleistungen aber nur unwesentlich verbesserte. Die Beschleunigung blieb gleich, ein auf dem VW-Versuchsgelände von Ehra-Lessien gemessener Testarossa schaffte mit neu abgestimmter Einspritzanlage die (übersetzungsbedingt) vollen 293 km/h. Ab 1990 gab es den Testarossa wahlweise auch mit geregeltem Katalysator. Die Leistung blieb mit 390 PS gleich. Der (einzige) Außenspiegel der ersten Serie von 1985 war recht hoch angebracht, um einen guten Blick über die voluminöse Flanke des Testarossa zu garantieren. Doch der Rückspiegel verdeckte in Linkskurven und beim Linksabbiegen die Sicht auf die Straße, deswegen wurde er in der nächsten Serie weiter nach unten plaziert und durch einen zweiten Rückspiegel auf der Beifahrerseite ergänzt (ein rechter Außenspiegel war in den USA ab Mitte der 80er Jahre Vorschrift). Der Testarossa hatte mattschwarz lackierte Schürzen, auch der Frontgrill, der Frontspoiler und die Heckblende waren schwarz. Frontspoiler und Schürzen wurden nicht in rot lackiert, um das Auto etwas schlanker wirken zu lassen, als es tatsächlich war. Zudem konnte man auf der mattschwarzen Lackierung die unvermeidlichen Steinschlagschäden an Frontspoiler und Schürzen nicht sofort erkennen. Viele Kunden aber sahen das nicht ein und ließen ihren Testarossa nachträglich rundum rot lackieren. Jedem das Seine, dachte sich Ferrari daraufhin und bot den Nachfolger 512 TR dann mit rot lackiertem Frontspoiler und roten Schürzen an. 1991 stellte Ferrari mit dem 512 TR einen stark überarbeiteten Testarossa vor, der die Schwachstellen des Vorgängermodells konsequent beseitigte. Die letzte Auflage des Testarossa, der F 512 M (Modificato), wurde 1994 auf den Markt gebracht und 1996 zugunsten des neuen Frontmotor-Ferrari 550 Maranello eingestellt. Der Testarossa markiert das vorläufige Ende der 1973 mit dem 365 GT4 BB eingeleiteten 12-Zylinder-Mittelmotor-GT-Ära bei Ferrari. Nur der Ferrari F50 (1995) und der Ferrari Enzo (2004) nahmen das Thema 12-Zylinder-Mittelmotor bislang wieder auf. Insgesamt wurden gut 7500 Exemplare des Testarossa inkl. 512 TR und F 512 M (die offziell nicht Testarossa hießen) hergestellt. Der Löwenanteil dieser Produktion entfiel dabei auf den Testarossa der 80er Jahre. Schon Mitte 1985 betrug die Lieferzeit für einen Testarossa eineinhalb Jahre. Noch eine Anekdote zum Thema "Miami Vice". Bekanntlich fuhr Don Johnson in der Serie einen weißen Ferrari Testarossa. Falsch ist allerdings, dass dieser Serienauftritt den Testarossa erst populär gemacht hat. Zu jenem Zeitpunkt war der Testarossa schon ein Verkaufshit und zierte als Poster eine Menge Kinderzimmer und Autowerkstätten in der Welt. Ferrari hatte sich darüber geärgert, dass Crockett und Tubbs in einer umgebauten schwarzen Corvette, die aussah wie ein Ferrari 365 GTB/4 Daytona Spider, auf Verbrecherjagd gingen. Man schenkte dem Film-Team einen weißen Ferrari Testarossa und verlangte im Gegenzug die Zerstörung des "alten" schwarzen Pseudo-Daytona. Prompt wurde das Daytona-Plagiat in einer Miami Vice-Folge in die Luft gesprengt. Im Miami Vice-Remake von 2006 fahren Colin Farrell und Jamie Foxx übrigens einen Ferrari F 430 Spider F1. (Stand Daten 1985, Kommentar 03/2007, alle Angaben ohne Gewähr) Link: ferrari.de |