Das einszweidrei Auto-Quartett

Chrysler GTS - 1988 (Serie)



Motorart R 4 Benziner
Hubraum 2213 ccm
Aufladung Turbo/G-Kat
PS - UMin 148 PS (109 kW) - 5200/Min
Nm - UMin 228 Nm - 2400/Min
Motorlage/Antrieb Frontmotor/Front
Gänge/Schaltung 5/manuell
Test in ams Jahrbuch 1988
Gewicht 1263 kg
0 - 80 km/h 6,6 s
0 - 100 km/h 9,6 s
0 - 120 km/h 14,3 s
0 - 130 km/h - s
0 - 140 km/h 18,9 s
0 - 160 km/h 40,9 s
0 - 180 km/h - s
0 - 200 km/h - s
0 - 250 km/h - s
400 m, stehender Start - s
1 km, stehender Start 30,8 s
Vmax 166 km/h
100 - 0 km/h (kalt) 48,8 m
100 - 0 km/h (warm) 52,2 m
Nordschleife - min
Hockenheim, kleiner Kurs - min
Motopark Oschersleben - min
Querbeschleunigung - g
Slalom 18 m - km/h
Slalom 36 m - km/h
ISO Ausweichtest 110 m - km/h
Testverbrauch min/max/ges 13,3/15,4/13,9 L/SB
Grundpreis 35.260 DM (1988)
Testwagenpreis 35.260 DM

Bemerkungen:
Bereifung: 205/60 R 15 H

Gepäckraum: 518/- L. Zuladung (Testwagen): - kg. Anhängelast ungebremst/gebremst: -/- kg .

Länge/Breite/Höhe 4580/1735/1345 mm, Radstand 2618 mm, Spur vorne/hinten 1466/1453 mm. Wendekreis links/rechts 12,5/12,1 m. Gewichtsverteilung vorne/hinten 60,8/39,2. Reichweite der Gänge 60/96/136/186/(275)/- km/h.

1988 begann offiziell der Verkaufsstart für Chrysler-Automobile in (West-)Deutschland. Es handelte sich dabei um für den US-Markt konzipierte Modelle, die im eigens dafür gegründeten European Homologation Center in Detroit auf TÜV-Konformität umgebaut wurden.

Das erste Modell des damals noch vom legendären Gespann Lee A. Iacocca und Robert A. Lutz geführten Konzerns war der GTS. Sein Turbomotor wies eine gleichmäßige Leistungskurve auf, doch er brummte stark und verbrauchte recht viel. Trotzdem konnte er bedenkenloas hochgedreth werden, denn er verfügte über eine obenliegende Nockenwelle und Hydrostößel.

Da amerikanische Autos grundsätzlich viel weicher gefedert sind, musste das Fahrwerk für Europa gestrafft werden. Beim GTS geriet es zu straff. Doch sportlich geriet der Chrylser GTS dadurch nicht. Er hatte noch eine Starrachse hinten und untersteuerte stark in Kurven, bei Nässe sogar maßlos. Die Traktion war zudem bescheiden.

Seine Höchstgeschwindigkeit erreichte der GTS im vierten und fünften Gang. Der Grund: Amerikanische Autos haben (in den USA) meist Reifen aufgezogen, die keine hohen Geschwindigkeiten vertragen. Deswegen war die VMax bei den ersten GTS-Exemplaren elektronisch begrenzt. Der Motor lief bei gemessenen 186 km/h (Tacho 195) im sehr langen fünften Gang gerade mal mit 4100/min. Später wurde eine angepasste Motorsteuerung angeboten, mit der der GTS nach langem Anlauf auch über 200 km/h erreicht haben soll.

Man konnte mit dem Chrysler GTS gut leben, wenn man es locker anging. Die Sitze waren bequem, die Lenkung (typische Amerikaner) sehr leichtgängig, die Ausstattung überkomplett: Klima, Leichtmetallräder, Stereoradio, elektrisch einstellbarer Fahrersitz, elektrische Fensterheber vorne und hinten, Metalliclack, asymmetrisch umklappbare Rücksitze, elektrische Spiegel... das waren damals nicht eben selbstverständliche Extras. Nur eine Automatik musste extra bezahlt werden (1.270 DM).

Chrysler startete überraschend gut mit dem GTS auf dem anspruchsvollen deutschen Markt. Später wurde das Auto in LeBaron GTS umgetauft. Doch der veritable Verkaufserfolg blieb einem anderen Auto vorbehalten, mit dem damals kein Experte gerechnet hatte. Ein Wagen, der eine neue Fahrzeuggattung hierzulande erst richtig beliebt machte: Der Chrylser Voyager. Ein Minivan.

(Stand Daten: 1988, Kommentar 08/2006. Alle Angaben ohne Gewähr)

Link: chrysler.de