Das einszweidrei Auto-Quartett

Rolls-Royce Camargue - 1983 (Serie)



Motorart V 8 Benziner
Hubraum 6750 ccm
Aufladung Sauger/kein Kat
PS - UMin ca. 260 PS (191 kW) - -00/Min
Nm - UMin - Nm - -0/Min
Motorlage/Antrieb Frontmotor/Heck
Gänge/Schaltung 3/Automatik
Test in ams 12/1983
Gewicht 2363 kg
0 - 80 km/h 7,2 s
0 - 100 km/h 10,6 s
0 - 120 km/h 14,9 s
0 - 130 km/h - s
0 - 140 km/h 21,4 s
0 - 160 km/h 30,7 s
0 - 180 km/h - s
0 - 200 km/h - s
0 - 250 km/h - s
400 m, stehender Start 17,3 s
1 km, stehender Start 32,0 s
Vmax 191 km/h
100 - 0 km/h (kalt) - m
100 - 0 km/h (warm) - m
Nordschleife - min
Hockenheim, kleiner Kurs - min
Motopark Oschersleben - min
Querbeschleunigung - g
Slalom 18 m - km/h
Slalom 36 m - km/h
ISO Ausweichtest 110 m - km/h
Testverbrauch min/max/ges -/-/25,5 L/S
Grundpreis 370.640 DM (06/1983)
Testwagenpreis - DM

Bemerkungen:
Bereifung: 235/70 HR 15 .

Gepäckraum: 550/- L. Zuladung (Testwagen): 422 kg. Anhängelast ungebremst/gebremst: -/- kg .

Länge/Breite/Höhe 5170/1920/1480 mm, Radstand 3050 mm, Spur vorne/hinten 1520/1540 mm. Wendekreis links/rechts 12,7/12,8 m. Gewichtsverteilung vorne/hinten 50,7/49,3. Reichweite der Gänge -/-/-/-/-/- km/h.

Wenn man an Discountangebote denkt, kommen einem normalerweise Billigkameras aus China oder die neueste Marktoffensive des Mediamarkts in den Sinn. 1983 aber mischte ein Automobilhersteller im Discountgeschäft mit: Rolls Royce. Die Verkäufe der damals hoffnungslos veralteten Autos waren besorgniserregend zurückgegangen. Deswegen senkte Rolls-Royce die Preise deutlich. Statt bislang 416.000 DM kostete das 1975 vorgestellte Luxus-Coupé Camargue fortan nur noch 370.000 DM. Ein echtes Schnäppchen. Nun gut, das bedeutete den Gegenwert von vier Mercedes 500 SEC. Aber die hatten nun einmal keine Emily auf der Haube.

War der Rolls-Royce Phantom VI gewissermaßen ein Schloss auf Rädern, so hatte man es im Falle des von Pininfarina gezeichneten Camargue mit einer mobilen Sommerresidenz zu tun. Der Innenraum bot vier Personen großzügig Platz, auf Wunsch gab es auch einen Kühlschrank, damals einzigartig in der Automobilwelt (1.243 DM Aufpreis).

Das Leder für Sitze und Dachhimmel stammte von ausgewählten Conolly-Kühen, alleine der Kühlergrill wurde einen ganzen Tag lang von Hand poliert. Der Wählhebel der Automatik hatte eine eigene Servounterstützung. Das Armaturenbrett war noch ein richtiges Brett aus poliertem Walnussholz.

Der Camargue wurde ohnehin komplett in Handarbeit gefertigt. Das mag jetzt besonders elitär klingen, hatte aber so seine Nachteile. Denn Menschen können nun einmal nicht so genau arbeiten wie Roboter. Deswegen verwand sich die Karosserie auf schlechten Wegstrecken und bei schneller Fahrweise spürbar.

Doch zum Schnellfahren war ein Rolls nicht gemacht. Der Camargue bot einen absolut unerreichten Federungskomfort, wenn man moderat fuhr. Dazu flüsterte der V8 nur dezent, wenn man ihm nicht Vollgas abverlangte. Dank seiner ausgewogenen Gewichtsverteilung gab sich der Camargue sehr handlich, die starke Servounterstützung der Lenkung erlaubte es, mit zwei Fingern auszuparken. In schnellen Kurven neigte sich der mit einer butterweichen Federung gesegnete Camargue stark zur Seite, blieb aber einem konstanten Untersteuern treu.

Der handgefertigte V8 wurde von zwei SU-Horizontalvergasern Modell HIF 7 gespeist und hatte eine zentrale Nockenwelle mit Stirnradantrieb. Er soll etwa 260 PS geleistet haben. Eine reichlich ineffiziente Borg-Warner Dreigangautomatik sorgte dafür, dass nicht zuviel Kraft an die Hinterräder weitergeleitet wurde, die die Passagiere vielleicht erschrecken konnte. Wer wirklich reich ist, hat es eben nicht eilig. Er bestimmt seine Termine selbst und muss nicht dem Terminplan anderer hinterherhetzen.

(Stand Daten: 06/1983, Kommentar 09/2006. Alle Angaben ohne Gewähr)

Link: rolls-royce.com